Wasserkosten steigen 2027 in vielen Regionen deutlich

Hans-Peter Schaad

Zum Jahreswechsel müssen sich Millionen Haushalte in Deutschland auf höhere Ausgaben für Trink- und Abwasser einstellen. In mehreren Bundesländern erhöhen Versorger ihre Preise und Gebühren zum 1. Januar 2027 teils deutlich. Besonders stark fällt der Anstieg in einzelnen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Brandenburg aus.

Die Belastung unterscheidet sich allerdings erheblich von Ort zu Ort. Während manche Haushalte nur wenige Euro mehr im Jahr zahlen, steigen die Kosten andernorts um 30 bis 40 Prozent. Als Gründe nennen die Versorger vor allem höhere Ausgaben für Personal, Energie, Wasserbezug und Investitionen. In mehreren Bundesländern kommt zusätzlich ein höherer sogenannter Wassercent hinzu.

Berlin hebt Trinkwasserpreis leicht an

In Berlin sollen die Gebühren für Trinkwasser um rund 6 Cent je Kubikmeter steigen.

Künftig würden Haushalte 1,870 Euro je Kubikmeter zahlen.

Gleichzeitig sinkt die Gebühr für Niederschlagswasser. Sie soll um 13 Cent je Quadratmeter auf 1,684 Euro zurückgehen.

Die geplante Erhöhung beim Trinkwasser muss allerdings noch von der zuständigen Senatsverwaltung genehmigt werden.

Hamburg verlangt ab 2027 2,13 Euro je Kubikmeter

Auch in Hamburg wird Trinkwasser teurer.

Der Preis steigt von derzeit 2,05 Euro auf 2,13 Euro je Kubikmeter. Das entspricht einem Anstieg um 8 Cent beziehungsweise 3,9 Prozent.

Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet dies laut Berechnung der Hamburger Wasserwerke rund 89 Cent Mehrkosten pro Monat.

Zusätzlich steigt der Grundpreis für den Wasserzähler um 7,5 Prozent.

Aschaffenburg erhöht auch den Grundpreis deutlich

In Aschaffenburg fällt die Mehrbelastung spürbarer aus.

Der Wasserpreis steigt von 2,41 Euro auf 2,62 Euro je Kubikmeter.

Gleichzeitig erhöht sich der monatliche Grundpreis von 2,68 Euro auf 5,14 Euro.

Für einen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 140 Kubikmetern ergeben sich dadurch zusätzliche Kosten von rund 4,91 Euro pro Monat.

Damit schlagen nicht nur die höheren Verbrauchspreise zu Buche, sondern auch die gestiegenen Fixkosten.

Köln verteuert Schmutz- und Niederschlagswasser

In Köln wird das Frischwasser nicht teurer. Dafür steigen die Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser.

Der Preis für Schmutzwasser erhöht sich von 1,76 Euro auf 1,86 Euro je Kubikmeter.

Auch die Niederschlagswassergebühr steigt. Sie beträgt künftig 1,47 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche statt bislang 1,39 Euro.

Für einen Musterhaushalt in einem Einfamilienhaus mit 200 Kubikmetern Schmutzwasserverbrauch und 130 Quadratmetern versiegelter Fläche ergibt sich eine zusätzliche Belastung von 30,40 Euro im Jahr.

Coburg verlangt 32 Cent mehr je Kubikmeter

In Coburg sowie in Teilen des Landkreises erhöht der Versorger SÜC den Wasserpreis ebenfalls deutlich.

Statt 2,61 Euro werden künftig 2,93 Euro je Kubikmeter fällig.

Bei einem Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 140 Kubikmetern pro Jahr entspricht das Mehrkosten von rund 3,73 Euro im Monat.

Annweiler erhöht Wasserentgelte um 20 Prozent

Besonders deutlich fällt der Anstieg in Annweiler in Rheinland-Pfalz aus.

Die Stadtwerke erhöhen ihre Wasserentgelte insgesamt um 20 Prozent.

Der verbrauchsabhängige Anteil steigt dabei um 18 Prozent von 1,85 Euro auf 2,18 Euro netto je Kubikmeter.

Zusätzlich erhöht sich der wiederkehrende Beitrag um 25 Prozent.

Er steigt von 20 auf 25 Cent je Quadratmeter beitragspflichtiger Grundstücksfläche.

Damit werden sowohl Verbrauch als auch Grundstücksgröße teurer.

Nordschaumburg: Rund 100 Euro Mehrkosten im Jahr

Auch Haushalte im Versorgungsgebiet des Wasserverbands Nordschaumburg müssen ab 2027 mehr bezahlen.

Für Frischwasser werden knapp 6 Cent je Kubikmeter zusätzlich fällig.

Hinzu kommt eine höhere Abwassergebühr.

Für einen Vierpersonenhaushalt ergeben sich dadurch insgesamt rund 100 Euro Mehrkosten pro Jahr.

Brüel erhöht Arbeits- und Grundpreis

In Brüel in Mecklenburg-Vorpommern erhöht sich der Trinkwasserpreis ebenfalls.

Der Arbeitspreis steigt von 1,95 Euro auf 2,05 Euro je Kubikmeter.

Auch der monatliche Grundpreis wird angehoben.

Er erhöht sich von 6,60 Euro auf 7,04 Euro.

Damit werden sowohl der tatsächliche Verbrauch als auch die festen Gebühren teurer.

Hochsauerlandkreis verlangt 53 Euro mehr im Jahr

Kunden der Hochsauerlandwasser GmbH zahlen ab dem 1. Januar 2027 ebenfalls mehr.

Der Verbrauchspreis steigt auf 1,67 Euro je Kubikmeter.

Gleichzeitig erhöht sich auch der sogenannte Systempreis.

Für ein Gebäude mit einer Wohneinheit beträgt dieser künftig 190,96 Euro im Jahr.

Ein Musterhaushalt mit 150 Kubikmetern Jahresverbrauch und einer Wohneinheit muss dadurch mit zusätzlichen Kosten von 53,26 Euro jährlich rechnen.

Schmallenberg erhöht Wasserpreis um 40 Cent

In Schmallenberg fällt der Anstieg beim Verbrauchspreis besonders deutlich aus.

Der Kubikmeter Wasser kostet künftig 2,10 Euro statt bisher 1,70 Euro.

Das entspricht einer Erhöhung um 40 Cent je Kubikmeter.

Auch die Jahresgrundgebühr für Standardwasserzähler steigt.

Für einen typischen Privathaushalt erhöht sich diese von 134,82 Euro auf 168,53 Euro pro Jahr.

Güstrow meldet Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent

Zu den stärksten Erhöhungen kommt es in Güstrow.

Dort steigen die Trinkwasserpreise um 30 bis 40 Prozent.

Ein Grund dafür ist das Wasserentnahmeentgelt in Mecklenburg-Vorpommern.

Der sogenannte Wassercent wird zum 1. Januar 2027 von 10 auf 20 Cent je Kubikmeter verdoppelt.

Noch stärker ins Gewicht fallen nach Angaben der Stadtwerke allerdings höhere Kosten für zugekauftes Wasser.

Damit zählt Güstrow zu den Regionen mit den größten bekannten Preissteigerungen.

Brandenburg erhöht Entgelte für Grundwasser

Auch in Brandenburg ändern sich die Kosten für die Wasserentnahme.

Der allgemeine Grundwassertarif soll um 20 Prozent steigen.

Künftig werden 13,8 Cent je Kubikmeter fällig statt bisher 11,5 Cent.

Für Grundwasser zur Trinkwasserversorgung steigt der Tarif von 10 auf 12 Cent je Kubikmeter.

Damit erhöhen sich auch dort die Kosten auf der Versorgerseite.

Versorger verweisen auf höhere Kosten

Die Unternehmen begründen ihre Preiserhöhungen mit mehreren Faktoren.

Dazu gehören vor allem:

  • höhere Personalkosten
  • gestiegene Energiekosten
  • notwendige Investitionen
  • höhere Kosten für Wasserbezug
  • steigende gesetzliche Abgaben

In Bayern und Mecklenburg-Vorpommern spielt zusätzlich der Wassercent eine Rolle.

Die Versorger betonen, dass die Erhöhungen nicht dazu dienen sollen, zusätzliche Gewinne zu erzielen, sondern gestiegene Betriebskosten auszugleichen.

Verbrauch entscheidet über tatsächliche Belastung

Wie stark einzelne Haushalte betroffen sind, hängt wesentlich vom Wasserverbrauch ab.

Ein Haushalt mit niedrigem Verbrauch zahlt bei steigenden Arbeitspreisen entsprechend weniger zusätzlich als ein Haushalt mit hohem Verbrauch.

Anders sieht es bei Grundgebühren aus. Diese fallen unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch an und können deshalb auch sparsame Haushalte belasten.

Wassersparen gewinnt 2027 an Bedeutung

Angesichts der steigenden Preise kann es sich stärker lohnen, den eigenen Verbrauch zu reduzieren.

Eine einfache Möglichkeit ist der Einsatz eines Luftsprudlers, auch Perlator oder Wasserspareinsatz genannt.

Dieser wird am Wasserhahn montiert und mischt dem Wasser Luft bei. Dadurch fließt weniger Wasser, ohne dass der Wasserstrahl deutlich schwächer wirken muss.

Auch für Duschen gibt es entsprechende Einsätze zwischen Schlauch und Duschkopf.

Vor allem in Regionen mit starken Preissteigerungen können solche Maßnahmen helfen, einen Teil der zusätzlichen Belastung auszugleichen.

Regionale Unterschiede bleiben erheblich

Die Entwicklungen zeigen, dass es 2027 keine einheitliche Preissteigerung für Wasser in Deutschland gibt.

Während in Hamburg der Arbeitspreis um 3,9 Prozent steigt, werden in Güstrow Erhöhungen von 30 bis 40 Prozent erwartet.

Auch die Zusammensetzung der Kosten unterscheidet sich erheblich. In einigen Städten steigt vor allem der Verbrauchspreis, in anderen der Grundpreis oder die Gebühr für Abwasser und versiegelte Flächen.

Für Verbraucher lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Tarife des jeweiligen örtlichen Versorgers zum Jahreswechsel.

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