McDonald’s übertrifft Gewinnprognose trotz US-Schwäche

Robert Amrhein

McDonald’s hat im vergangenen Quartal beim Gewinn besser abgeschnitten als von Analysten erwartet, obwohl das Geschäft im wichtigen US-Heimatmarkt erstmals seit mehreren Quartalen wieder leicht rückläufig war. Der vergleichbare Umsatz in den Vereinigten Staaten sank um 0,2 Prozent. Gleichzeitig halfen niedrigere Betriebskosten dabei, den Gewinn stärker als prognostiziert ausfallen zu lassen.

Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 3,57 Dollar und lag damit über der Markterwartung von 3,38 Dollar. Die Betriebskosten gingen um rund 4 Prozent zurück. Anleger reagierten positiv: Die McDonald’s-Aktie legte im vorbörslichen Handel in den USA um 2,4 Prozent zu.

US-Geschäft fällt erstmals seit fünf Quartalen zurück

Besonders genau schauen Anleger auf die Entwicklung in den Vereinigten Staaten, weil der Heimatmarkt für McDonald’s zu den wichtigsten Regionen gehört.

Dort ging der vergleichbare Umsatz im vergangenen Quartal um 0,2 Prozent zurück.

Es war der erste Rückgang nach fünf Quartalen mit Wachstum.

Als Ursache nennt das Unternehmen vor allem die wirtschaftliche Belastung vieler Verbraucher. Haushalte mit knapperem Budget gehen seltener auswärts essen und achten stärker auf den Preis.

Kundenfrequenz sinkt um 4,6 Prozent

Die schwächere Nachfrage zeigt sich auch bei den Besucherzahlen.

Die Kundenfrequenz in den US-Restaurants von McDonald’s sank im vergangenen Quartal um 4,6 Prozent.

Damit kamen deutlich weniger Gäste in die Filialen als im entsprechenden Vergleichszeitraum.

Für eine Restaurantkette ist diese Kennzahl besonders wichtig, weil weniger Besuche unmittelbar Druck auf den Umsatz ausüben können.

McDonald’s versucht deshalb seit einiger Zeit, besonders preisbewusste Kunden mit günstigeren Angeboten zurückzugewinnen.

Sparmenüs sollen preisbewusste Kunden zurückholen

Im Mittelpunkt der Strategie stehen Angebote im unteren Preissegment.

McDonald’s setzt verstärkt auf:

  • Sparmenüs
  • günstigere Kombiangebote
  • Produkte für unter 3 Dollar
  • zeitlich begrenzte Preisaktionen

Damit will der Konzern Kunden ansprechen, die wegen gestiegener Lebenshaltungskosten seltener Restaurants besuchen.

Die Maßnahmen sollen vor allem verhindern, dass preisbewusste Verbraucher vollständig auf günstigere Alternativen oder Essen zu Hause ausweichen.

Kempczinski sieht erste Fortschritte

Konzernchef Chris Kempczinski bewertet die jüngste Entwicklung im Niedrigpreissegment vorsichtig positiv.

Er erklärte:

„Wir sind ermutigt von der Verbesserung im Laufe des Quartals nach unseren Maßnahmen im Niedrigpreissegment.“

Damit deutet das Management an, dass die günstigeren Angebote im Verlauf des Quartals bereits Wirkung gezeigt haben.

Ob daraus wieder nachhaltiges Umsatzwachstum im US-Geschäft entsteht, bleibt allerdings offen.

Gewinn je Aktie liegt deutlich über Erwartung

Trotz des leichten Umsatzrückgangs konnte McDonald’s beim Ergebnis überzeugen.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,57 Dollar.

Analysten hatten lediglich mit 3,38 Dollar gerechnet.

Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen um 0,19 Dollar je Aktie.

Entscheidend war vor allem die Kostenseite.

Betriebskosten sinken um rund vier Prozent

McDonald’s konnte seine Betriebskosten im Quartal um ungefähr 4 Prozent reduzieren.

Dieser Rückgang half dabei, die schwächere Umsatzentwicklung im US-Geschäft auszugleichen.

Für Anleger ist dies ein wichtiges Signal, weil es zeigt, dass das Unternehmen trotz nachlassender Nachfrage seine Profitabilität verteidigen kann.

Weniger Kosten bedeuten, dass auch bei stagnierenden oder leicht sinkenden Umsätzen ein höherer Gewinn möglich bleibt.

Aktie legt vorbörslich 2,4 Prozent zu

Die Börse reagierte positiv auf die Zahlen.

Die McDonald’s-Aktie gewann im vorbörslichen US-Handel 2,4 Prozent.

Der Kursanstieg zeigt, dass Anleger den besser als erwarteten Gewinn höher gewichteten als den leichten Umsatzrückgang im Heimatmarkt.

Besonders die niedrigeren Kosten und das bessere Ergebnis je Aktie sorgten für Unterstützung.

Weltweit wächst McDonald’s weiter

Außerhalb der USA entwickelte sich das Geschäft stabiler.

Der vergleichbare weltweite Umsatz stieg um 1,5 Prozent.

Damit lag das Unternehmen im Rahmen der Erwartungen.

Das internationale Wachstum konnte die Schwäche im US-Markt teilweise ausgleichen.

Die Zahlen zeigen, dass McDonald’s global weiterhin wächst, auch wenn der wichtigste Einzelmarkt zuletzt unter Druck geraten ist.

US-Verbraucher bleiben vorsichtig

Die Entwicklung bei McDonald’s spiegelt ein breiteres Problem im US-Konsum wider.

Viele Verbraucher müssen bei Restaurantbesuchen stärker auf ihre Ausgaben achten.

Wenn Haushalte finanziell unter Druck geraten, gehören Restaurantbesuche häufig zu den Bereichen, in denen zuerst gespart wird.

Für Fast-Food-Ketten bedeutet das, dass Preisaktionen und günstige Angebote wieder wichtiger werden.

Günstige Angebote werden zum Wettbewerbsfaktor

Nicht nur McDonald’s setzt auf Rabatte.

Auch der Konkurrent Burger King meldete zuletzt bessere Umsätze als erwartet.

Dort spielten ebenfalls Preisnachlässe und Sonderaktionen eine wichtige Rolle.

Damit verschärft sich der Wettbewerb um preisbewusste Kunden.

Unternehmen müssen zunehmend entscheiden, wie weit sie mit Rabatten gehen können, ohne die eigene Marge zu stark zu belasten.

McDonald’s balanciert zwischen Preis und Gewinn

Für McDonald’s besteht die Herausforderung darin, zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen.

Einerseits müssen Angebote günstig genug sein, um Kunden zurückzugewinnen.

Andererseits darf der Preisdruck die Profitabilität nicht zu stark belasten.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass dieser Balanceakt zumindest beim Gewinn gelungen ist.

Trotz rückläufiger vergleichbarer US-Umsätze erzielte der Konzern ein besseres Ergebnis als erwartet.

Schwäche im Heimatmarkt bleibt Warnsignal

Der Rückgang von 0,2 Prozent im US-Geschäft ist zwar gering, markiert aber einen Wendepunkt.

Nach fünf Quartalen mit Wachstum ist der Heimatmarkt erstmals wieder geschrumpft.

Gleichzeitig fiel die Kundenfrequenz um 4,6 Prozent.

Diese Entwicklung zeigt, dass McDonald’s weiterhin stark auf preisbewusste Verbraucher reagieren muss.

Kostenkontrolle bleibt zentral

Der Rückgang der Betriebskosten um rund 4 Prozent hat im aktuellen Quartal entscheidend geholfen.

Damit konnte McDonald’s den Gewinn je Aktie auf 3,57 Dollar steigern und die Prognosen der Analysten übertreffen.

Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, ob das Unternehmen die Kundenfrequenz wieder erhöhen kann, ohne die Margen durch zu aggressive Preisaktionen zu belasten.

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