{"id":2500,"date":"2026-09-28T15:16:52","date_gmt":"2026-09-28T15:16:52","guid":{"rendered":"https:\/\/boerseninsider.com\/?p=2500"},"modified":"2026-09-28T15:16:52","modified_gmt":"2026-09-28T15:16:52","slug":"moskau-ubernimmt-kontrolle-uber-metro-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weltundzeit.de\/?p=2500","title":{"rendered":"Moskau \u00fcbernimmt Kontrolle \u00fcber Metro in Russland"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Deutscher Handelskonzern von Dekret betroffen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die russische Regierung hat das Russland-Gesch\u00e4ft des deutschen Handelskonzerns <strong>Metro<\/strong> unter vor\u00fcbergehende staatliche Verwaltung gestellt. Grundlage ist ein von Pr\u00e4sident <strong>Wladimir Putin<\/strong> unterzeichnetes Pr\u00e4sidialdekret.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine konkrete Begr\u00fcndung f\u00fcr die Ma\u00dfnahme enth\u00e4lt das ver\u00f6ffentlichte Dekret nicht. Der Schritt erfolgt allerdings vor dem Hintergrund der weiterhin angespannten Beziehungen zwischen <strong>Deutschland und Russland<\/strong> sowie des seit Jahren andauernden Kriegs in der Ukraine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Metro ist damit ein weiteres westliches Unternehmen, dessen Verm\u00f6genswerte in Russland unter staatliche Kontrolle geraten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Metro betreibt weiterhin 91 M\u00e4rkte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der deutsche Handelskonzern ist trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bislang im russischen Markt geblieben. Metro betreibt dort nach den vorliegenden Angaben noch <strong>91 M\u00e4rkte<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Unternehmen hatte seinen Verbleib in Russland wiederholt mit der Verantwortung gegen\u00fcber seinen Besch\u00e4ftigten und Kunden begr\u00fcndet. Anders als zahlreiche andere westliche Konzerne hatte Metro sein Russland-Gesch\u00e4ft daher nicht vollst\u00e4ndig aufgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun greift der russische Staat auf die dortigen Verm\u00f6genswerte des Unternehmens zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die staatliche Verwaltung f\u00fcr die langfristige Eigent\u00fcmerstruktur bedeutet, bleibt zun\u00e4chst offen. Das Dekret spricht von einer <strong>vor\u00fcbergehenden staatlichen Verwaltung<\/strong>. Eine unmittelbare Aussage \u00fcber einen dauerhaften Eigent\u00fcmerwechsel l\u00e4sst sich daraus nicht ableiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gr\u00fcnde f\u00fcr Schritt bleiben zun\u00e4chst offen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auff\u00e4llig ist, dass Moskau in diesem Fall keine konkreten Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ma\u00dfnahme nennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit unterscheidet sich der Vorgang von fr\u00fcheren F\u00e4llen, bei denen russische Beh\u00f6rden ihre Eingriffe in westliche Unternehmensverm\u00f6gen mit Ma\u00dfnahmen sogenannter \u201eunfreundlicher\u201c Staaten begr\u00fcndet hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst Anfang <strong>September<\/strong> waren die russischen Verm\u00f6genswerte des Schweizer Lebensmittelkonzerns <strong>Nestl\u00e9<\/strong> und des franz\u00f6sischen Einzelh\u00e4ndlers <strong>Auchan<\/strong> unter staatliche Kontrolle gebracht worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von russischer Seite wurde damals auf feindselige Handlungen sogenannter <strong>\u201eunfreundlicher\u201c Staaten<\/strong> verwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Metro geh\u00f6rt zu den westlichen Unternehmen, die trotz des politischen und wirtschaftlichen Konflikts weiterhin in Russland aktiv sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gesch\u00e4ftsbetrieb soll vorerst weiterlaufen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Kunden in Russland scheint sich zun\u00e4chst wenig zu \u00e4ndern. Die russische Metro-Tochter erkl\u00e4rte, der Gesch\u00e4ftsbetrieb laufe <strong>normal weiter<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich teilte das Unternehmen mit, s\u00e4mtliche Verpflichtungen gegen\u00fcber seinen Kunden w\u00fcrden erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine direkte Stellungnahme zu dem Pr\u00e4sidialdekret gab die russische Metro-Tochter allerdings nicht ab. Damit bleibt offen, welche konkreten Auswirkungen die staatliche Verwaltung auf die Unternehmensf\u00fchrung und die wirtschaftliche Verf\u00fcgung \u00fcber die russischen Aktivit\u00e4ten haben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Besch\u00e4ftigten und Kunden soll der laufende Betrieb nach den bisherigen Angaben zun\u00e4chst aufrechterhalten werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ma\u00dfnahme versch\u00e4rft Konflikt mit Berlin<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung f\u00e4llt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Beziehungen zwischen <strong>Berlin und Moskau<\/strong> weiter versch\u00e4rft haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Wochenende hatten sich der russische Au\u00dfenminister <strong>Sergej Lawrow<\/strong> und der deutsche Au\u00dfenminister <strong>Johann Wadephul<\/strong> am Rande der <strong>UN-Vollversammlung in New York<\/strong> zu Gespr\u00e4chen \u00fcber den Ukraine-Krieg getroffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Treffen erkl\u00e4rte Lawrow, er habe dabei keine neuen Erkenntnisse gewonnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel dazu erhebt Deutschland schwere Vorw\u00fcrfe gegen Russland. Die Bundesregierung wirft Moskau einen versuchten <strong>Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig\/Halle<\/strong> vor. Russland weist diese Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Reaktion hatte Deutschland unter anderem die Schlie\u00dfung eines <strong>russischen Konsulats<\/strong> sowie eines <strong>Kulturzentrums in Berlin<\/strong> angeordnet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftliche Folgen des politischen Konflikts<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die staatliche \u00dcbernahme der Metro-Verm\u00f6genswerte zeigt zugleich, wie eng die wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten westlicher Unternehmen in Russland inzwischen mit den politischen Spannungen verbunden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Metro hatte sich trotz des Kriegs bislang nicht vollst\u00e4ndig aus dem russischen Markt zur\u00fcckgezogen. Der Konzern begr\u00fcndete dies unter anderem mit seiner Verantwortung f\u00fcr die dort besch\u00e4ftigten Menschen und seine Kunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Anordnung der staatlichen Verwaltung verliert das Unternehmen nun zumindest vor\u00fcbergehend einen Teil der unmittelbaren Kontrolle \u00fcber seine russischen Verm\u00f6genswerte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Reihe westlicher Unternehmen betroffen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall Metro steht nicht isoliert. In den vergangenen Monaten und Jahren hat Russland wiederholt Verm\u00f6genswerte westlicher Unternehmen unter staatliche Verwaltung gestellt oder staatlichen Einfluss auf deren Aktivit\u00e4ten ausgeweitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders deutlich wurde diese Entwicklung Anfang <strong>September<\/strong>, als Verm\u00f6genswerte von <strong>Nestl\u00e9<\/strong> und <strong>Auchan<\/strong> betroffen waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei diesen Ma\u00dfnahmen verwies die russische Seite auf das Verhalten westlicher Staaten, die sie als \u201eunfreundlich\u201c einstuft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fall Metro enth\u00e4lt das aktuelle Dekret dagegen zun\u00e4chst <strong>keine konkrete Begr\u00fcndung<\/strong>. Damit bleibt offen, welche \u00dcberlegungen Moskau zu dem Schritt veranlasst haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zukunft des Russland-Gesch\u00e4fts bleibt unklar<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Metro verf\u00fcgt weiterhin \u00fcber eine umfangreiche Pr\u00e4senz in Russland. Mit <strong>91 M\u00e4rkten<\/strong> besitzt der Konzern dort ein Gesch\u00e4ft von erheblicher Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vor\u00fcbergehende staatliche Verwaltung ver\u00e4ndert nun die Rahmenbedingungen f\u00fcr diese Aktivit\u00e4ten. Wie lange die Ma\u00dfnahme bestehen bleibt, welche Befugnisse die staatliche Verwaltung erh\u00e4lt und welche Auswirkungen dies auf Metro als deutschen Eigent\u00fcmer haben wird, ist zun\u00e4chst nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der laufende Gesch\u00e4ftsbetrieb soll nach Angaben der russischen Tochter zun\u00e4chst normal fortgesetzt werden. Gleichzeitig bleibt die weitere Entwicklung des Russland-Gesch\u00e4fts angesichts der politischen Spannungen zwischen <strong>Deutschland und Russland<\/strong> offen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutscher Handelskonzern von Dekret betroffen Die russische Regierung hat das Russland-Gesch\u00e4ft des deutschen Handelskonzerns Metro unter vor\u00fcbergehende staatliche Verwaltung gestellt. Grundlage ist ein von Pr\u00e4sident Wladimir Putin unterzeichnetes Pr\u00e4sidialdekret. Eine konkrete Begr\u00fcndung f\u00fcr die Ma\u00dfnahme enth\u00e4lt das ver\u00f6ffentlichte Dekret nicht. Der Schritt erfolgt allerdings vor dem Hintergrund der weiterhin angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und Russland [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2501,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82,78],"tags":[83,84,86,87,88,89,90,91,92,93,94,95,96,97,98,99,100,101,102,103,104,105,106,107,108,109],"tmauthors":[85],"class_list":["post-2500","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aktuelles","category-welt","tag-auchan","tag-deutschland","tag-einzelhandel","tag-halle","tag-handelskonzern","tag-johann-wadephul","tag-leipzig","tag-metro","tag-metro-russland","tag-moskau","tag-nestle","tag-prasidialdekret","tag-russische-regierung","tag-russland","tag-russland-geschaft","tag-sanktionen","tag-sergej-lawrow","tag-staatliche-verwaltung","tag-supermarkte","tag-ukraine-krieg","tag-un-vollversammlung","tag-unfreundliche-staaten","tag-vermogenswerte","tag-westliche-unternehmen","tag-wirtschaft","tag-wladimir-putin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2500"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2500\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2501"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2500"},{"taxonomy":"tmauthors","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltundzeit.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftmauthors&post=2500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}